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wozu Papiere?

"Warum sind Hunde bloß so teuer?", mögen sich Hundeinteressenten fragen. Schnell keimt die Vermutung, der Züchter der edlen Tiere wolle sich bequem bereichern und verlange einen astronomischen Preis, ohne eine entsprechende Gegenleistung zu erbringen. Diese Vermutung ist nicht richtig. - Insofern es sich um einen seriösen Züchter handelt, der seine Welpen kompetent aufzieht.

Eine verantwortungsvolle Hundezucht erfordert einen hohen finanziellen und zeitintensiven Einsatz.

Welche Kosten haben wir als Züchter?
* Anschaffung der Hunde (Und gehen Sie getrost davon aus, daß Hunde, die zu Zuchtzwecken gekauft werden, immer teurer ist als ein "Otto-Normalverbraucher-Hundchen", denn ein Zuchthund muß ja auch gewisse Kriterien erfüllen, auch wenn als Junghund nicht ersichtlich ist, wie er sich einmal entwickelt.)
* Unterhalt der Hunde, auch der Hunde, die nicht oder nicht mehr in der Zucht stehen: Futter, Tierarztkosten, Zubehör (Halsbänder, Leinen, Körbe, Decken, Kauartikel, Spielzeug, Näpfe, ...)
* Und welcher Züchter kennt es nicht, daß der teuer gekaufte Welpe sich nicht so vielversprechend entwickelte und als erwachsener Hund nicht zur Zucht genommen werden kann.
* Mitgliedschaft in einem Verein, der Züchter rechtlich unterstützt oder Rechtsanwaltskosten, z. B. wenn es um die Ausfertigung der Kaufverträge geht.
* Besuch von Fachvorträgen
* Kauf von Fachliteratur ( Bücher über Hundezucht, Genetik und Aufzucht von Welpen ).
* Besuch von Hundeausstellungen
* Mitgliedschaft im Zuchtverein
* Beantragung des Zwingernamens
* Zuchttauglichkeit der Mutterhündin
* für Umbaumaßnahmen bzw. Kosten für Welpenauslauf drinnen und draußen, Pavillon, ...
* Scheidenabstrich vor dem Belegen der Hündin, oft auch eine Impfung und nochmalige Entwurmung, sowie eine Blutuntersuchung
* Decktaxe und oft mehrmalige Fahrt zum Deckrüden, der meist nicht um die Ecke wohnt, Übernachtungskosten.

* Versorgung der Hündin während der Trächtigkeit (extra hochwertiges Futter, Trächtigkeitsmedikamente, Ultraschall-Untersuchung, Trächtigkeitsröntgen, ...)
* Hausbesuche des Tierarztes nach der Geburt zur Begutachtung der Welpen und Injektion einer sog. Reinigungsspritze, damit keine Nachgeburten in der Gebärmutter verbleiben.
* Aufzucht der Welpen durch 24 Stunden Betreuung bis zur Abgabe mit ca. 9 Wochen
* hochwertiges Futter, Welpenmilch, etc.
* regelmäßige Entwurmungen (ab ca. 10 - 14 Tage alle 2 Wochen)
* zweimalige Impfung und kostenpflichtigem EU-Heimtierpaß
* Chip inkl. Implantation durch den Tierarzt
* Spielzeug und Halsbändchen für die Welpen
* Wurfutensilien (Wurfkiste, Decken, Handtücher, Einlagen, Rotlichtlampe, Wärmeplatte, Thermometer, ...)
* Nicht zu vergessen die hohen Stromkosten von Rotlichtlampe und Waschmaschine ( ich habe ca. 3-4 Wäschen mit Hundedecken pro Tag )

Braucht ein Hund überhaupt "Papiere", wenn man selber gar nicht züchten will?
Nicht selten werde ich dabei gefragt, ob ich auch Welpen ohne Papiere abgebe, die dann eventuell billiger sind. Eigentlich brauche man ja diese Papiere nicht, weil man nicht züchten will.
Ich glaube, dass hier dringen Aufklärungsarbeit geleistet werden muss!!
Bei einem Rassehund spricht man nicht von seinem "Stammbaum" oder den "Papieren" des Tieres sondern von einer Ahnentafel. Diese ist ein Hunderasse-Echtheitszertifikat und Abstammungsnachweis. Ausgehend von einem Ahnen werden dort alle männlichen und weiblichen Nachkommen mit Namen des Hundes mit Zwingernamen, Geburtsdatum, Farbe und Abzeichen, Zuchtbuchnummer, Geschlecht und Titel sowie Name und Anschrift des Züchters aufgeführt.
Darüber hinaus können noch Angaben zu gesundheitlichen Kriterien, wie HD- oder ED-Status oder Ergebnisse der Augenuntersuchungen, abgelegte Leistungsprüfungen oder Zuchtbewertungen eingetragen werden.
Die Ahnentafel dient vor allem dazu, die Reinrassigkeit und Zuchttauglichkeit eines Hundes und seiner Vorfahren zu dokumentieren. Sie können als Zeichen für körperliche Tendenzen, Wesensmerkmale und Gesundheit beim Kauf eines Rassehundes sein.
Züchter, sofern man sie denn so nennen möchte, die mit Rassetieren Würfe ohne Abstammungspapiere züchten, haben dafür handfeste Gründe.
Der Züchter muss im Vorfeld bestimmte Voraussetzungen und Auflagen erfüllen, um Mitglied in einem Zuchtbuchführenden Hundeverband zu werden, damit seine Welpen auch entsprechende Ahnentafeln erhalten können.
Es wird genau kontrolliert ab wann und wie oft eine Hündin Welpen bekommt, dass die Hündin nicht bei jeder Hitze belegt wird und dass sie spätestens mit dem 8. Lebensjahr keine Welpen mehr bekommt.
Die Hunde müssen vor der Zucht einem Zuchtrichter oder Zuchtwart für zuchttauglich befunden werden. Das heißt, die Anatomie und das Wesen dieser Hunde lässt darauf schließen, dass sie der Aufzucht von Jungen gewachsen sind und ihre guten Eigenschaften an ihre Nachkommen weitergegeben werden. Als Beurteilungskriterium dient der Rassestandard der jeweiligen Rasse.
Tiere, die trotz Zuchttauglichkeit grobe Erbfehler an ihren Nachwuchs vererben, werden nachträglich von der Zucht ausgeschlossen.

Mann sollte sich also mal fragen warum züchten einige "Züchter" ohne Papiere.
Hier zahlt man nur die Hälfte. Nur warum? In der Regel werden Rassehunde ohne Papiere nur aus drei Gründen und mit einem Ziel "gezüchtet":
1) entweder der "Züchter" kann oder will nicht die Haltungs- bzw. Zuchtstättenverordnungen einhalten.
2) die Hunde sind aufgrund von Gesundheit oder Wesen nicht für die Zucht geeignet.
3) die Hunde die zur Zucht genommen werden haben keine Ahnentafel, somit ist es nicht möglich mit den Hunden in einem Zuchtverband zu züchten, es ist aber auch nicht möglich aber sehr wichtig in der Zucht die Ahnen zurück zu verfolgen.

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